Zukunft der Gemeindepflege – Gemeinsame Pressemitteilung von GRÜNEN und SPD Villmar

Gemeindepflege in Villmar: Am 26. August fällt die Entscheidung
SPD und Grüne beantragen Fortsetzung – hoher Beratungsbedarf wird durch Zahlen deutlich


Die Zukunft der Gemeindepflege in Villmar steht vor einer wichtigen Entscheidung. In der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwoch, 26. August 2026, um 20 Uhr in der König-Konrad-Halle wird über einen gemeinsamen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur Fortführung der Gemeindepflege im Jahr 2027 abgestimmt. Die Fraktionen laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen.

Die Gemeindepflege wurde auf Antrag der heutigen Grünen-Fraktion von der Gemeindevertretung beschlossen und nahm im Juli 2024 ihre Arbeit auf. Seitdem wurden 300 Beratungs- und Unterstützungsprozesse dokumentiert. Darin enthalten sind unter anderem Hausbesuche, ausführlichere telefonische Beratungen, E-Mail-Anfragen und Gespräche im Rahmen von Sprechstunden und Veranstaltungen. Kurze telefonische Anfragen und spontane Gespräche sind darin nicht erfasst. Die tatsächliche Zahl der Kontakte liegt daher deutlich höher. Allein seit Anfang 2026 wurden 21 neue Klientinnen und Klienten mit wiederholten Hausbesuchen aufgenommen.

Die Zahlen gehen aus der Antwort des Gemeindevorstands auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion vom 18. Juni 2026 hervor. Sie zeigen, wie umfangreich das Angebot inzwischen genutzt wird. Die Gemeindepflege unterstützt ältere und hilfsbedürftige Menschen unter anderem bei Fragen rund um Pflege, Vorsorge, Behördenangelegenheiten und die Organisation von Hilfen im Alltag. Sie vermittelt an passende Fachstellen, besucht Menschen zu Hause und schafft mit Sprechstunden und Veranstaltungen Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe.

Gleichzeitig steht die Gemeindepflege aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde vor dem Aus. Die derzeitige Förderung läuft Ende 2026 aus. Nach Angaben des Gemeindevorstands kann der bestehende Beratungs- und Unterstützungsbedarf nach Wegfall der Stelle nicht durch die Gemeindeverwaltung aufgefangen werden. Eine vergleichbare niedrigschwellige, aufsuchende und koordinierende Struktur stehe dort nicht zur Verfügung.

SPD und Grüne wollen deshalb die Landesförderung für 2027 erneut beantragen und gleichzeitig durch eine Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen die Kosten reduzieren. Zwei Kommunen haben laut Antrag bereits Interesse an einer solchen Kooperation signalisiert. Die Fortführung soll nur erfolgen, wenn eine Förderzusage des Landes vorliegt und eine interkommunale Zusammenarbeit zustande kommt.

Auch die demografische Entwicklung spricht für einen steigenden Bedarf: Bereits 2024 waren 35,2 Prozent der Villmarer Bevölkerung über 60 Jahre alt, für 2030 werden rund 38 Prozent erwartet.

Die Frist für den Förderantrag endet am 31. August 2026. Die Gemeindevertretung muss daher kurzfristig entscheiden, ob sie die Voraussetzungen für eine Fortführung der Gemeindepflege schafft.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, am Mittwoch, 26. August, um 20 Uhr in die König-Konrad-Halle zu kommen und die Diskussion und Entscheidung über die Zukunft der Gemeindepflege in Villmar zu verfolgen.

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